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Tralec News
Aktuelles aus der Branche
Handyfirmen testen zu wenig und verlieren an Ruf
Um schnell auf dem Markt zu sein, testen Handyhersteller ihre Geräte nur unzureichend. Mit fatalen Folgen.
Financial Times nimmt lasche Testpraxis aufs Korn
Mit dem Artikel "Fehler im System" beschreibt die Financial Times Deutschland die negativen Folgen einer derzeit laschen Testpraxis bei den internationalen Handyherstellern.
Der Vorwurf der Financial Times: Statt Geräte zu testen, warten die Hersteller auf die Beschwerden von Kunden und Netzbetreibern. Der Grund sind überforderte Ingenieure, die nicht mehr die Zeit bekommen, richtig zu testen.
BenQ bekommt Probleme nicht in den Griff
Das Siemens seine gesamte Handysparte an BenQ verkaufen (musste), ist hinlänglich bekannt. Das BenQ aber dort weitermacht, wo Siemens aufhörte, macht erst langsam die Runde. Tatsache ist, dass BenQ in der Branche als der Hersteller mit den größten Qualitätsproblemen gilt. Bis zu 19 Prozent der Besitzer eines BenQ / Siemens Handys mussten ihr Gerät in jüngster Vergangenheit in die Werkstatt tragen.
Der Qualitätseinbruch erfolgt nicht wegen Probleme am Gehäuse, der Tastatur oder anderer mechanischer Teile. Die Geräte von BenQ und anderer Hersteller wie z.B. Sagem, NEC, Nokia geraten durch wachsende Komplexität immer häufiger in eine Funktionsfalle.
Nicht ausreichende Tests auf Kosten der Kunden
Weil die Anzahl der Funktionen wächst, die Innovationszyklen aber immer kürzer werden, testen viele Hersteller die komplexen Funktionalitäten ihrer Geräte im Zweifelsfalle nicht mehr ausreichend.
Dies bleibt dann eine bittere Aufgabe der Netzbetreiber, die in eigenen Testcentern versuchen, dem schlimmsten vorzubeugen. Denn die meisten Handys gehen im Paket mit Verträgen von Netzbetreibern über den Ladentisch.
Jedes fehlerhaft ausgelieferte Handy führt zu Reklamationen bei den Verkaufsstellen oder den Netzbetreibern, nicht bei den Herstellern. Aus diesem Grunde haben die Netzbetreiber inzwischen genug von der laxen Haltung der Handyhersteller.
"Die Netzbetreiber haben ein elementares Interesse, fehlerfreie Geräte zu verkaufen: Denn bei Problemen nimmt der Kunde zuerst sie in die Pflicht, nicht den Hersteller." So Eckstein, ein Branchenexperte, in dem Artikel.
Fehlende Tests sind teuer
Das sich mangelnde Qualität nicht auszahlt belegt der Handymarkt an vielen Stellen.
Der französische Hersteller Sagem bekam sein für Vodafone ausgeliefertes Modell myV-85 aufgrund zu vieler Fehler zunächst einmal wieder komplett zurück. Sagem verpasste damit das Weihnachtsgeschäft 2005 und erschien erst April 2006 wieder neu mit dem Gerät auf dem Markt.
Auch bei BenQ sind die Folgen von unzureichender Qualität gravierend. Der Marktanteil von BenQ Handys fiel von 10 Prozent im Jahr 2003 auf nunmehr nur noch 4,7 Prozent.
Quelle
"Fehler im System"
Financial Times Deutschland
Dienstag, 23. Mai 2006
Seite 4
geschrieben von ecg am 29.05.2006 um 11:07 Uhr.



